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Sabine Lehner, 01.09.2021
01.09.2021Sabine Lehner, Beauftragte Diversity Management im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS

Mehr als Employer Branding - Die Kultur im VBS im Wandel

Sabine Lehner ist Diversity Managerin im grössten Departement der Bundesverwaltung, dem VBS. Im Interview mit Désirée Aebersold von Werkplatz Égalité gibt sie Einblicke in den kulturellen Wandel des VBS und wie das Departement auch via Social Media über das überzeugende Engagement für Gender, Diversity und Inclusion kommuniziert. Im Gespräch wird schnell spürbar: Hier geht es um mehr als um Employer Branding.

Das VBS ist das grösste Departement der Bundesverwaltung mit circa 12'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, was etwa einem Drittel aller Bundesangestellten entspricht. So gemeinhin könnten wir glauben: eine klassische Männerdomäne. Stimmt das (noch) oder wo haben sich die Frauen/- und Männerdomänen aufgeweicht in den letzten Jahren?

Das stimmt noch. Der grösste Anteil des Personals sind immer noch die Männer, dies unter anderem auch, weil wir im VBS sehr viele klassische männerdominierte Berufe, so etwa in technischen oder militärischen Bereichen haben. Wir sind aber schon länger daran, dem entgegenzuwirken. Beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten und Arbeitsformen wie Home-Office, Jobsharing und Teilzeitanstellungen. Zudem sind wir neu auch Mitglied bei BPW, dem Netzwerk für Business- and Professional Women.

Wo setzt das Departement Schwerpunkte in Bezug auf Gleichstellung, Vereinbarkeit und Diversität?

Zurzeit liegt ein besonderer Fokus auf der Gleichstellung von Frauen und Männern inklusive der Erhöhung des Frauenanteils. Wir fördern aber auch die Mehrsprachigkeit, die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung, die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben sowie die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Generationen. Wir versuchen generell Massnahmen zu erarbeiten, die allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Departement zu Gute kommen, um so eine wertschätzende und inklusive Kultur zu schaffen. Gerade aktuell bauen wir beispielsweise ein Mentoring-Programm auf.

Warum diese Schwerpunkte?

Unser Ziel beim VBS ist es, mit unserer Belegschaft ein Abbild der Schweizer Bevölkerung zu sein. Mit einem aktuellen Frauenanteil von 35% ist es offensichtlich, weshalb wir Frauen als eine besondere Zielgruppe formuliert haben. Grundsätzlich freuen wir uns aber über neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Regionen und mit unterschiedlichen Nationalitäten. Junge, die viel neues Wissen mitbringen sind genauso gefragt wie ältere Personen, die über langjährige Erfahrung verfügen. Wir suchen unterschiedliche Biografien, die ihre Fähigkeiten und ihre unterschiedlichen Blickwinkel in die tägliche Arbeit einbringen wollen.

Ihr habt eine innovative Arbeitgebendenbroschüre herausgegeben und macht auf Social Media bzw. LinkedIn mit Filmen auf eure Diversitätsaktivitäten aufmerksam. Weshalb diese Offensive?

Einerseits möchten wir natürlich dem Fachkräftemangel, den wir vor allem in den MINT-Berufen stark spüren, entgegenwirken. Dafür testen wir auch gerne mal neue Formate, wie zum Beispiel einen Podcast für unsere Personalmarketing-Aktivitäten aus und schauen, wie diese ankommen.

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Podcast mit Sabine Lehner, Diversity Managerin VBS auf LinkedIn

Anderseits wollen wir insbesondere für Frauen sichtbarer werden. Wir möchten zeigen, dass wir weniger «uniformiert», d.h. «militärisch» sind, als dies insbesondere Frauen wahrnehmen. Das VBS setzt sich als Arbeitgeber aktiv für Themen wie die Gleichstellung von Frauen und Männern oder die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ein, das möchten wir in der Gesellschaft bekannter machen.

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swisstopo: Frauen in MINT-Berufen. Copyright: VBS/DDPS

Erzähle uns etwas über deinen bisher schönsten Erfolg als Diversitybeauftragte beim VBS.

Mich freut es besonders, wenn ich spüre, dass sich Leute für Diversity-Themen engagieren, versuchen sich einzusetzen, auch wenn das Resultat nicht immer direkt sichtbar ist. Wenn eine Verwaltungseinheit alles daransetzt, einen Arbeitsversuch zusammen mit der IV durchzuführen, um so einem Menschen die Chance für einen Neuanfang zu bieten. Oder wenn ich sehe, dass sich HR-Fachpersonen für Kurse zur gendergerechten Stellenausschreibung anmelden und aktiv an sich und unseren Zielen arbeiten wollen.

Wir möchten dem Fachkräftemangel, den wir vor allem in den MINT-Berufen stark spüren, entgegenwirken und testen dafür auch gerne mal neue Formate für unsere Personalmarketing-Aktivitäten aus.

Der Werkplatz Égalité freut sich, dass 2021 auch Ämter des VBS aktiv mitmachen. Das dürfte kaum ein Zufall sein? Du hast dich auch persönlich dafür stark gemacht. Warum ist dir das wichtig?

Einerseits ist es mir ein Anliegen, Menschen in ihrer täglichen Arbeit im VBS zu unterstützen. Andererseits bereitet es mir Spass, Teil der Kulturentwicklung im Departement zu sein. Werkplatz Égalité ist eine Massnahme, die beides verbindet. Ich konnte Kolleginnen und Kollegen aus des Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) und dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) motivieren bei Werkplatz Égalité mitzumachen, gemeinsam mit ihnen Erfahrungen sammeln und Ideen generieren und so unsere Bestrebungen im Rahmen des Diversity Managements weiter voranbringen.