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Maria D. Ruiz, 24.08.2020
24.08.2020Maria D. Ruiz, Country Diversity Koordinatorin, Bosch-Gruppe Schweiz

COVID-19 - Lernen aus der Krise

Die COVID-19-Krise hat uns zu Veränderungen gezwungen, die wir uns nie hätten vorstellen können, und das in einer Rekordzeit. Eine Veränderung in sechs Wochen, die sonst vermutlich Jahre in Anspruch genommen hätte. Dieser Veränderungsprozess bestätigte uns eindrücklich, wie global die Welt ist, welche wichtige Rolle die Digitalisierung spielt und über welche grosse Macht die sozialen Medien verfügen. Und: Home-Office ist nicht nur möglich, sondern hat sich bei einem grossen Teil der Unternehmen seither durchgesetzt.

Die Art zu arbeiten und zu kommunizieren, aber auch unsere Art zu leben und das Leben zu verstehen, haben sich verändert.

Die unerwartete und aussergewöhnliche Situation hat uns gezwungen, uns in vielerlei Hinsicht weiterzuentwickeln. Die Art zu arbeiten und zu kommunizieren, aber auch unsere Art zu leben und das Leben zu verstehen, haben sich verändert. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen, mit denen wir konfrontiert sind, werden uns noch lange beschäftigen. Einiges deutet darauf hin, dass auch diese Pandemie wie andere Krisen in der Vergangenheit die bestehenden Ungleichheiten verstärkt. Geschlechtsspezifische Auswirkungen der Pandemie auf die Beschäftigung in Sektoren mit hohen Frauenanteilen, z.B. im Dienstleistungssektor, im Bildungs- oder Gesundheitswesen zeichnen sich bereits ab.

Frauen doppelt gefordert
Unmittelbare Auswirkungen hatte und hat die Pandemie auch auf die Familien. Zusätzliche Aufgaben wie die Betreuung der Kinder während der Zeit, in der Schulen und Betreuungsinstitutionen geschlossen waren und Grosseltern ausfielen, kamen auf sie zu. Das Essen musste täglich zubereitet werden, weil es nicht mehr möglich war, in der Kantine oder in der Schule zu essen. Eine grosse Herausforderung für Familien und insbesondere für viele Frauen, die auch in der Krise die Hauptverantwortung für die Familien- und Hausarbeit übernommen haben!

Dies hat nachweislich auch zu einer erhöhten psychischen Belastung von Frauen geführt.

Dies hat nachweislich auch zu einer erhöhten psychischen Belastung von Frauen geführt. Gemäss einer Umfrage der «Kaiser Family Foundation» sorgen sich Frauen häufiger als Männer wegen der negativen Folgen des Virus und trafen mehr Vorkehrungen gegen eine Ansteckung. Sie befürchten eher, dass sie oder jemand aus ihrer Familie am Virus erkranken könnten (68% gegenüber 56%). Zudem machen sie sich häufiger als Männer (50% gegenüber 42%) Sorgen wegen drohender Einkommenseinbussen bei Arbeitsplatzverlust oder reduzierter bezahlter Arbeitszeit.

Frauen und insbesondere Mütter verfolgen also auch in der Krise eine "Doppelkarriere". Die Berufskarriere und die Familienkarriere. Der Arbeitstag endet nicht nach acht Stunden, sondern erstreckt sich oft bis in die späten Abendstunden.

Flexibilität als Schlüsselfaktor
Was können Unternehmen lernen aus den Erfahrungen während der Pandemie? Vielleicht können wir mit der Flexibilität als Schlüsselfaktor in Unternehmen beginnen. «Dank» der Corona-Krise sind wir bereits einen grossen Schritt weiter gekommen. Sie war plötzlich da und hat sich uns aufgedrängt. Wir mussten reagieren – rasch und flexibel. Und wir haben gesehen: es funktioniert! Die Krise hat uns die Angst vor dem Home-Office, vor unregelmässigen Arbeitszeiten, vor neuen Formen der Durchführung von Sitzungen und der Kommunikation genommen. Die Erfahrung zeigt, dass Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung bei Mitarbeitenden zu einem grösseren Engagement führt und die notwendige Vertrauensbasis für eine gute Leistung schafft.

Erhalten wir uns diese Flexibilität und probieren wir vermehrt Neues aus, gerade auch um die Gleichstellung und Familienfreundlichkeit im Unternehmen voranzubringen.

Und wenn wir uns auf eine der Flexibilitätsformen wie das Home-Office konzentrieren, haben wir alle während der Pandemie eine erhöhte Effizienz erlebt, die auf eine Produktivitätssteigerung von 20% geschätzt wird, als Effekt verschiedener Faktoren wie Zeitersparnis bei der Anfahrt zu Besprechungen oder zum Arbeitsplatz, eine deutliche Reduktion von Stress und eine grössere Kreativität. Wir haben gelernt, dass weder die Mitarbeitenden noch die Teams ständig angeleitet oder kontrolliert werden müssen. Dass Vertrauen statt Kontrolle einer der wichtigsten Werte darstellt. Alles gute Gründe, auf mehr Flexibilität zu setzen!

Mein Fazit: wir haben aus COVID-19 einiges gelernt und auch die Chance genutzt, die Dinge auf ganz andere Weise zu tun als bis anhin. Erhalten wir uns diese Flexibilität und probieren wir vermehrt Neues aus, gerade auch um die Gleichstellung und Familienfreundlichkeit im Unternehmen voranzubringen.

Der Werkplatz Égalité bietet den Rahmen, mit anderen Unternehmen zusammen und einem gemeinsamen Ziel vor Augen Neues zu wagen und Veränderungen anzustreben – nicht nur fürs Unternehmen sondern für eine gerechtere Gesellschaft.